Hornhaut und Hühneraugen

Nicht nur ein kosmetisches Problem: Hühneraugen

Der Fuß trägt als letzte Instanz die gesamte Last des Körpers und muss daher gut gepolstert sein, um diesem Druck standzuhalten. Unter der Fußsohle, zwischen Haut und Muskeln besitzen die Füße sehr viel Fett. Dieses Fett dient der Polsterung und soll im Laufe des Tages beim Gehen den Fuß schützen. Nach langen Märschen oder nach einem ausgiebigen Shoppingausflug schmerzen die Füße. Dies liegt daran, dass das Fettpolster zusammengedrückt wird und der Fuß nicht mehr abgefedert werden kann. Im Schlaf wird dieses Fettpolster wieder regeniert. Aber das Fettpolster allein reicht nicht aus, um ein angenehmes Gehen zu ermöglichen. Stark beanspruchte Körperstellen besitzen Hornhaut.

Hornhaut ist abgestorbenes und von lebenden Zellen abgestoßenes Material. Im Grunde ist Hornhaut das Stoffwechselendprodukt der Haut, welches als Isolierschicht und Druckausgleichsschicht Verwendung findet. Horhaut ist tot und somit nicht schmerzempfindlich. Hornhaut kann ohne Weiteres abgetrennt werden.
Besonders an den Fußen bildet sich imme wieder Hornhaut. Diese ist eigentlich physiologisch und gut. Aber bei zu starker Beanspruchung der Hornhaut oder bei falschem Schuhwerk (“Der Schuh drückt”) kann aus dieser Hornhaut ein Hühnerauge werden.

Ein Hühnerauge, oder auch Leichdorn oder Klavus genannt, ist eine Hornschwielenbildung mit einem zentralen tiefen Sporn an besonders druckbelasteten Stellen. Der Sporn ist eine kegelförmige Hyperkeratose, die nach innen gerichtet ist.
Hühneraugen entstehen bevorzugt an der Fußsohle, am Mittelfingerknochen oder am großen Zeh, insbesondere wenn das Schuhwerk zu eng oder an die Form des eigenen Fußes nicht angepasst ist. Orthopädische Varianten der Fußstellung wie ein Senkfuß oder ein Spreizfuß können die Entstehung von Hühneraugen begünstigen.
Eine völlig andere Ursache von Hornhautproblemen kann aber auch eine Virusinfektion sein. Dann handelt es sich um eine Viruswarze, die sich ebenfalls an der Hornhaut bildet.

So nützlich die Hornhaut beim Gehen auch ist, umso behindernder ist ein Hühnerauge. Je nach Größe können Hühneraugen sehr schmerzhaft sein und das Gehen stark beeinträchtigen oder sogar unmöglich machen. Besonders ältere Menschen werden durch Hühneraugen immens in ihrem Alltag eingeschränkt und leiden sehr darunter.
Wenn gleichzeitig Diabetes mellitus vorliegt, spüren die Betroffenen zwar keinen Schmerz mehr, da sie an Neuropathie leiden, aber dadurch eröffnen sich neue Komplikationen. Wenn das Hühnerauge unbehandelt bleibt, kann es zu Fisteln oder einem Ulkus führen. Im Fuß entsteht dadurch ein Loch, welches verfaulen kann. Im schlimmsten Fall muss der Fuß dann amputiert weden.

Zu viel Hornhaut sollte entfernt werden, sonst entstehen Hühneraugen

Zu viel Hornhaut sollte entfernt werden, sonst entstehen Hühneraugen

Die Behandlung von Hühneraugen erfolgt meistens eigenständig durch salicylsäurehaltige Lösungen, die regelmäßig und über einen langen Zeitraum genutzt werden müssen.
Spezielle Hühneraugenmesser, die die Hornhaut raspeln oder gar herausschneide können, gehören auch noch bedingt zur Selbstbehandlung. Wenn das Hühnerauge zu tief sitzen sollte, muss es operativ durch einen Arzt entfernt werden.
Durch das Raspeln wird zwar die Hornhaut effektiv reduziert, das Hühnerauge aber meistens nicht vollständig entfernt, so dass es immer wieder auftritt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *